Welpen: Roh- oder Fertigfutter - eine Entscheidungsfrage

Jetzt wurde die Frage herangetragen, welche Fütterungsform denn nun die bessere sei, wenn man Welpen erwartet. Nun,.....entscheiden muss dies wohl jeder Hundezüchter für sich selbst, gern aber will ich einige Informationen bereitstellen, um eine Entscheidung besser treffen zu können.

 

Zunächst einmal muss man sich vor Augen führen, dass in der freien Wildbahn die Caniden den Welpen das Rohfutter vor- verdauen und es dann den Welpen wieder vorwürgen. Das machen auch unsere Haus- Hündinnnen, aber längst nicht mehr jede!

Die wilden Welpen erhalten also leicht verdauliche Nahrung. Da nicht jeder Haushund diese Instinkte noch besitzt, wie sollen die Kleinen denn das Rohfutter verdauen können?

Natürlich kann man es denaturieren, wolfen, aber es würden dann die Verdauungsenzyme des erwachsenen Tieres fehlen.

 

Bei den Menschen hat man festgestellt, dass die Ernährung der Schwangeren und auch die frühkindliche Ernährung selbst Einfluss darauf haben, ob eine erhöhte Allergiebereitschaft des Nachwuchses besteht oder nicht. Der frühe Einfluss der verschiedensten Nahrungsmittel und auch gerade der als Allergieauslöser bekannten Nahrungsmittel  kann eine spätere allergische Reaktion des Nachwuchses verhindern.

Nahmen Mütter in der Zeit der Schwangerschaft vermehrt Milchprodukte zu sich, zeigte sich beim Kind sehr viel seltener eine Milchallergie. Aßen die Schwangeren in der Schwangerschaft Erdnüsse und Nüsse, so erkrankte der Nachwuchs sehr viel seltener an Asthma oder allergische Beschwerden. Bekamen Kleinkinder bereits ab dem 4. - 6. Monat gekochte Eier zum essen, so entwickelten diese Kinder sehr viel seltener eine Ei- Allergie als Kinder, die ab dem 10. Monat Ei erhielten.

 

Das Erreichen der optimalen Nährstoffversorgung im Bereich der Makronährstoffe (Protein, Fett, Kohlenhydrate) ist schon schwierig oder kennst Du den exakten Fettgehalt des Rohfleisches? Angegeben wird immer der Mindestgehalt, die einzelne Ration mag deutlich mehr Fett enthalten, was dann zu einer Verschiebung der Energieverteilung führt. Siehe auch dazu im Futter abc "Fett"

 

Welpen aber benötigen einen höheren Proteingehalt als ein erwachsener Hund.

Aber es gibt noch mehr Probleme. Ein zu 70% mageres Rindfleisch liefert 43g Protein pro 1000 kcal. Wenn dann ein Welpe etwa 53g erhalten sollte, wären es beim erwachsenen Tier nur 45g. Das 70%ige Rindfleisch liefert aber auch 91g Fett pro 1000 kcal, gibt man noch 10% Leber und 20% Gemüse hinzu, mag somit der Fettgehalt stimmen, aber an Protein wäre der Welpe unterversorgt.

Die Zellen sind es letztlich, die die zugeführte Nahrung/Energie verarbeiten und Verbrauchen, sie nehmen die Nährstoffe auf und entsenden den Abfall wieder in den Stoffwechsel. Überforderte Zellen können aber den Dienst irgendwann nicht mehr korrekt erledigen und es kommt zu einer Überlastung der Organe.

 

Hunde, die eine im Fett ausgewogene Ernährung erhalten, sind gesünder, sie haben ein besseres Verhalten, sie lernen schneller und nachhaltiger, haben ein starkes Herz, gesundes Fell, gesunde Haut und erkranken weniger oft an Krebs oder Allergien.

Eine fettreiche Ernährung in der frühen Wachstumsphase hat langfristige Auswirkungen auf das Gehirn, das Lernverhalten und das allgemeine Verhalten. Im übrigen würde auch eine Ernährung nur auf einem solchen Rindfleisch aufbauend zu einem Aminosäuremangel führen. Jedenfalls ist es möglich, durch eine unausgewogene, fettlastige Fütterung einen weniger lernfähigen und möglicherweise sozialproblematischen Hund heranzuziehen.

 

Überhaupt ist das Erreichen der optimalen Nährstoffversorgung nur mit natürlicher und roher Nahrung nicht möglich. Man wird nicht umhinkommen, auch die Mikronährstoffe in der Weise zu ergänzen, das der Welpe optimal versorgt ist. Vielen Rohfutterrationen mangelt es an Zink, Kupfer, ja selbst Eisen kann fehlen.

 

Da  es bei der Welpenaufzucht keinen zweiten Versuch gibt, würde ich die Welpenaufzucht jedes mal wieder mit einem geeigneten Fertigfutter vornehmen. Nur dann kann ich sicher sein, die optimalen Werte zu erreichen. Jedes gute Fertigfutter ist besser als eine schlecht gemachte Rohfütterung! Natürlich kann und sollte man die Welpenfütterung aus den o.g. Gründen vielseitig gestalten: Ein Stück käse, etwas Joghurt, etwas Schabefleisch oder auch ein Keks sind nicht nur etwas Abwechslung, vor allem ist es eine Gelegenheit für den Stoffwechsel sich frühzeitig auf die verschiedensten Nahrungsmittel einzustellen und somit ist dies eine sinnvolle Maßnahme, um der Entstehung von Allergien vorzubeugen!

 

Bedenken muss man auch, dass nicht jeder Welpenkäufer seinen Hund roh füttern möchte und letztlich bleibt es noch offen, wie sich der Rohfuttertrend auf die Krankenstatistik der Hunde auswirkt. Ich selbst erhalte sehr viele Anfragen wegen gesundheitlicher Probleme, die mit der Rohfütterung eingeleitet wurden. Man kann sicher vieles im Nachhinein managen, aber eben nicht alles.

 

Ein letzter und wichtiger Punkt ist auch die eventuelle Versorgung des jungen Hundes während der Abwesenheit des Besitzers. Hundepensionen sind nicht sehr begeistert und oft genug noch weniger aufnahmefreundlich, wenn ein Hund gebarft werden muss. Es ist deutlich schwerer, eine Urlaubs- oder Krankenvertretung zu finden.

 

Ich selbst habe bereits von roh gefütterten Welpen erfahren, die letztlich mit der Bemerkung "ist Fertigfutter gewöhnt" abgegeben wurden. Natürlich hatte der Welpenkäufer sofort Probleme mit dem Welpen, und das alles wegen einer Lüge des Züchters, der seinen gebarften Welpen ansonsten nicht losgeworden wäre.

Sollte Dir der Artikel gefallen haben und möchtest Du mehr wissen oder brauchst Du einen Rat auch bei speziellen Ernährungsproblemen Deines Hundes, dann erreichst Du mich hier.

 

http://www.todaysdietitian.com/newarchives/030413p14.shtml

 

J. Schumann et al. “Treating canine atopic dermatitis with unsaturated fatty acids: the role of mast cells and potential mechanisms of action”. JAPAN online, March 2014. Doi: 10.1111/jpn.12181. Weaver et al. “Effect of dietary fatty acids on inflammatory gene expression in healthy humans”. Journal of Biological Chemistry, 2009. Retrieved June 2, 2009 from sciencedaily.com/releases/2009/05/090529183250.htm.

 

 University of California – Los Angeles Scientists. “Learn How Food Affects The Brain: Omega 3 Especially Important.” 2008, July 11. Science Daily. Retrieved July 14, 2008 from sciencedaily.com/releases/2008/07/080709161922.htm.

 

 For complete references, I refer the reader to three recently published review articles that reference the hundreds of studies upon which these conclusions were built: Gomez-Pinilla, Fernando. “Brain foods: the effects of nutrients on brain function”. Nature Reviews Neuroscience. 9, 568–578, July 2008; McCann, Joyce and Ames, Bruce. “Is docosahexaenoic acid…required for development of normal brain function? An overview of evidence from cognitive and behavioral tests in humans and animals”. Am J Clin Nutr. 2005; 82: 281–95; and Carlson, Susan “Early determinants of development: a lipid perspective”. Am J Clin Nutr. 2009; 89(suppl): 1523S–9S.

 

Endocrine Society. “Adolescents’ high-fat diet impairs memory and learning”. ScienceDaily. Retrieved June 18, 2013 from sciencedaily.com/releases/2013/06/130617110813.htm.

 

Endocrine Society. “High-fat diet during pregnancy contributes to offspring’s increased weight”. ScienceDaily. Retrieved June 18, 2013, from sciencedaily.com/releases/2013/06/130617142033.htm.

 

Even though a 70% lean ground beef diet lacks sufficient protein for any dog, it may be considered a “high protein” diet because, on a dry matter basis, it is 32% protein. When compared to the protein content of most dog foods, 32% protein is higher than most. The high protein diets in the studies were 32% Protein.

 

Du Toit G, Katz Y, Sasieni P, et al. Early consumption of peanuts in infancy is associated with a low prevalence of peanut allergy. J Allergy Clin Immunol. 2008;122(5):984-991.

 

Koplin JJ, Osborne NJ, Wake M, et al. Can early introduction of egg prevent egg allergy in infants? A population-based study. J Allergy Clin Immunol. 2010;126(4):807-813.

 

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