Sodbrennen

Sehr häufig kann man in den Foren lesen ein Hund leide unter Sodbrennen. Besonders auffällig dabei ist,dass es sich um zumeist gebarfte Hunde handelt.

Gerade das barfen kann die Magensäureproduktion anregen, daraus kann schnell ein Magensäureüberschuss entstehen.. Oder aber ein frisch auf Barf umgestellter Hund hat die Magensäureproduktion noch nicht umgestellt und es entsteht ein Magensäuremangel.

Beide Zustände können sich mit Sodbrennen äussern.

Hinzu kommt, dass viele Barf-Rationen nicht immer ausgewogen sind und z.B. ein Mangel an Magnesium, Kalium und oder Zink vorliegt. Diese Mängel wurden tatsächlich bei dieser Fütterungsform vorgefunden. Und die Zusammenhänge zwischen diesem Mangel und dem Sodbrennen kann man auch darlegen.

Magnesiumoxid wird auch als Antazidum und zur oralen Magnesiumsubstitution für die Prophylaxe von Mangelzuständen verwendet (Ungemach 2003h; Plumb 1999).

Antazida sind Wirkstoffe, die bei Übersäuerung des Magens und daraus entstehenden Folgeerkrankungen, wie Gastritis oder Magenulzera,  verabreicht werden, um überschüssige Magensäure zu neutralisieren oder zu adsorbieren.

In der Veterinärmedizin gebräuchliche orale Antazida sind Aluminium-, Calcium- oder Magnesiumsalze (Plumb 1999). Therapieziel ist eine schnelle und lang anhaltende Anhebung des pH-Wertes auf über 6 im Pansen und über 3 im Magen von Monogastriern. Dort kommt es bei diesen pH-Werten zu einem Schleimhautschutz nicht nur infolge verringerter Säureeinwirkung, sondern auch durch Hemmung der peptischen Aktivität und durch Bindung anderer aggressiver Faktoren, wie Gallensäuren und Lysolecithin (Ungemach 2003e).

Magnesiumoxid wandelt sich in Wasser schnell zu Magnesiumhydroxid um; Magnesiumhydroxid reagiert mit Salzsäure zu Magnesiumchlorid und Wasser. Ca. 15 - 30% des Magnesiumchlorids wird resorbiert und bei normaler Nierenfunktion schnell renal ausgeschieden. Magnesiumhydroxid, welches im Magen nicht zu Magnesiumchlorid umgewandelt wird, wandelt sich im Dünndarm zu löslichen, jedoch nicht resorbierbaren Salzen um (McEvoy 1992).

Besonders wirksam gegen Übersäuerung sind auch Kalium, Magnesium und Kalzium.

Kalium reguliert den Blut ph. Bei Übersäuerung wird vom Körper Kalzium benötigt um die Säuren zu neutralisieren (puffern). Zink ist Bestandteil der Carbonanhydrase, des Ausscheidens von Kohlendioxid über die Atmung.

Liegt ein Mangel an diesen Nährstoffen vor, kann ein Sodbrennen begünstigt werden. Hält das Sodbrennen über einen längeren Zeitraum an, können weitere gesundheitliche Störungen entstehen. Barf hat sicherlich einen guten Basisgedanken, dennoch wird auch bei dieser Fütterung dem Tier eine instinktive Futteraufnahme nicht ermöglicht, denn der Napf wird immer noch im beengten Lebensraum durch den Menschen gefüllt. Bei selbst estellten Rationen durch den Halter kann allerdings eine Unausgewogenheit schnell rangefüttert werden.

Sollte also der Hund an Sodbrennen leiden, bietet sich auf jeden Fall die Überprüfung des Futters auf die o.g. Nährstoffe an. Diese sollten in ausreichender Menge im Futter enthalten sein, damit der Hundekörper die Magensäure selbst und effektiv händeln kann.


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