Wo liegen die Ursachen für Fellverfärbungen beim Hund?

Häufig befürchten Halter von schwarzen, insbesondere aber auch weißen Hunden eine Verfärbung des Fells aufgrund der Ernährung bzw. Zusammensetzung eines Futters.
Bei beiden Farbvarianten können rötliche Haare auftreten und die Gründe dafür werden vielfältig diskutiert., einige Fä/elle werden hier nun erläutert:

Meistens ist das Alter des einzelnen Haares der Grund für einen Rotstich. Auch Haare haben nur eine begrenzte Lebensdauer und erneuern sich nach geraumer Zeit. Das Haar wird aber nur in seiner Wachstumsphase mit Nährstoffen versorgt. Hat das Haar seine genetisch vorgesehene Länge erreicht, ist damit auch die Einflussnahme auf die Textur und Pigmentierung abgeschlossen. Kurz vor dem Haarwechsel können sich bereits die Spitzen des alternden schwarzen Haares rötlich verfärben, sollte sich dann der Haarwechsel z.B. aufgrund äußerer Einflüsse verzögern, so kann auch der Haarschaft mit der Zeit rötlicher werden. Diese Haare sind dem Grunde nach bereits abgestorben und werden bald ausfallen. Aber auch starke Sonnenlichteinwirkung oder mechanisches strapazieren der Haare z.B. mit Führgeschirr kann diesen Effekt auslösen. Leckt sich der Hund an bestimmten Stellen häufiger, dann können auch die im Speichel enthaltenen Enzyme für das Aufhellen des Fells verantwortlich sein. Letztlich würde bei einer Farbverdünnung des Haares ausgehend von schwarz naturgemäß ein rötlich-brauner Farbton entstehen. Im Normalfall kann man aber bei Auftreten eines Rotstichs meist schon nachwachsende dunkel-pigmentierte Haare feststellen. Doch auch weiße Hunde haben oft verfärbte Lefzenbereiche, rötliche Pfoten und bräunliche Verfärbungen an den Augenwinkeln. Dies liegt an einem Stoff (Porphyrin), der im Speichel und der Tränenflüssigkeit enthalten ist, er verfärbt das Fell. Hier hilft es, den Grund für das Belecken der Pfoten abzustellen und Lefzen und Augenbereiche stets zu reinigen.

Als weitere Gründe für diese Rotfärbungen gibt es krankheitsbedingte Störungen und Fehler in der Fütterung bzw. Nährstoffzusammensetzung eines Futters.
Bei einem ausgewogenen und qualitativ hochwertigem Futter  haben sie das nicht zu befürchten. Eher sind es die gut gemeinten Zusätze, die der Halter einem Futter beimengt, z.B. Zinkpräperate. Man sollte die Nährstoffe stets nur in ihrer Gesamtheit betrachten und nicht nur einzelne Mengen. So kann ein Nährstoff, der ergänzend beigefüttert wird, die Aufnahme anderer Nährstoffe stark einschränken, der Halter provoziert ein Ungleichgewicht im Stoffwechsel und hat dann – im besten Fallle – nur eine Fellverfärbung zu befürchten. So verdrängt zu viel Zink den Nährstoff Kupfer, der aber ist wichtig für Thyrosin, einer Vorstufe des Melanins und Melanin ist für die Pigmentierung verantwortlich.
Außerdem ist Zink auch ein Antagonist (Gegenspieler) für Eisen, es kann also auch eine Anämie auftreten. Selbst das Barfen inkl. Kalziumgaben oder auch die unsinnige Beifütterung von Kalzium bei jungen Tieren kann zu einem Nährstoffungleichgewicht führen. Kalzium hemmt die Zinkaufnahme, das Haar ergraut vorschnell und es können Hautirritationen und –schäden auftreten wie z.B. eine starke Verhornung (Parakeratose). Einige Rassen wie etwa bei den nordischen Rassen, Bullterrier, Dobermann und Deutsche Dogge können einen rassespezifischen Zinkmangel haben (Gendefekt). Das Zink wird dann einfach nicht über die Darmschleimhaut absorbiert. Meist im 2. oder 3.Lebensjahr zeigen sich die Auswirkungen wie etwa Fellverfärbungen, Rötungen, Krusten, Schorf, stumpfes und brüchiges Fell.
In sehr seltenen Fällen ist Biotinmangel der Grund für Fellverfärbungen.

Völlig absurd ist die Behauptung, dass ein Hund aufgrund von Karottenfütterung oder hohen Gehalten an Karotiden ein rötliches Fell entwickelt. Carnivoren sind hervorragende Fettverdauer und aus diesem Grunde hat die Natur dem Hund einen Schutz eingebaut. Die übermäßige Aufnahme des fettlöslichen Vitamin A (Karotin ist eine Vorstufe dazu) führt bei Hunden zu keinerlei Schaden, geschweige denn Blutveränderungen (siehe dazu auch die Anmerkungen zu Vitamin A). Andererseits werden den menschlichen Säuglingen gern Möhren und Karottensaft gegeben, aber deshalb besteht die Menschheit nicht aus rothaarigen Geschöpfen.

Fazit: Eine wirklich ausgewogene Ernährung wird die Farbe ihre Lieblings auf gar keinen Fall verfälschen. Alle Nährstoffe sind sorgfältig aufeinander abgestimmt.

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